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Der gute Koch

Der gute Koch

 

Es war einmal ein Koch, der für seinen fürstlichen

Herrn einen Ochsen zerlegte.

In der Bewegung seiner Hand und Schulter,

seines Knies und Fußes lag Takt und Rhythmus.

Der Klang der Messerklinge war wie ein Gesang

von strenger und gemessener Melodie.

 

Bewundernd sprach der Fürst: Das lob ich mir!

Das nenne ich vollendete Geschicklichkeit!

 

Da ließ der Koch das Messer aus der Hand und

sprach:

"Dein Diener liebt das Dao, das ist noch mehr als

die vollendetste Geschicklichkeit.

 

Seit ich begann, den ersten Ochsen zu zerlegen,

sah ich nur immer weiter nichts als Ochsen.

Nach drei Jahren aber kannte ich von bloßem

Augenschein den ganzen Ochsen doch noch

nicht.

 

Jetzt aber gehe ich mit dem Geist daran und

nicht mehr mit dem Auge.

Vom Wissen durch die Sinne laß ich ab und folge

den Regungen des Geistes.

Ich halte mich an die Gesetze der Natur.

Mein Messer trennt die großen Nähte und gleitet

durch die großen Spalten seinen natürlichen Weg

entlang.

Mit Geschicklichkeit allein ist noch nicht einmal getan,

Fleisch von den Knochen abzutrennen, noch

weniger Knochen von Knochen.

 

Ein guter Koch wechselt das Messer alle Jahre,

weil er schneidet.

 

Ein ganz gewöhnlicher Koch wechselt das Messer

jeden Monat, weil er hackt.

 

Ich habe mein Messer nun schon neunzehn Jahre

und schon viele tausend Ochsen damit zerlegt,

und doch ist seine Schneide noch so scharf, als

sei sie eben frisch geschliffen.

Nun haben die Gelenke feine Zwischenräume,

des Messers Schneide hat dagegen keine Dicke.

Was aber keine Dicke hat, dringt in die feinsten

Zwischenräume ein.

Und darum ist des Messers Schneide nach

neunzehn Jahren noch so scharf, als sei sie eben

frisch geschliffen.

 

Und dennoch, immer wenn ich an Gelenke

komme, sehe ich alle Schwierigkeiten.

 

Vorsichtig gebe ich acht, mein Blick ist unbeirrt,

und meine Handbewegungen sind ruhig.

Ein wenig nur bewege ich das Messer noch, und

schon ist knirschend das Gelenk gelöst, zu Boden

fällt  es wie ein Klumpen Erde.

 

Dann richte ich mich auf, das Messer in der

Hand, blicke mich nach allen Seiten um, wische

bedächtig und zufrieden das  Messer ab

und  stecke es wieder in die Scheide.

 

Da sprach der Fürst:" Das lob ich mir!

 

Ich habe die Worte eines Kochs gehört und

natürliche Lebensweisheit vernommen."

 

 

                                               Aus Zhuangzi

                                      ( Das höchste Glück)

                                               

apropos kochen..........

Für das richtige Equipment um den Ochsen

bestens zu garen,

wenden sie sich vertrauensvoll an

Wolfgang Reichberger  ( Über Uns)

wolfgang@reichberger.at

http://www.gartechnik-anner.com